My Eesti 16/17

Mein Jahr im Norden

Berichte von 02/2017

19Februar
2017

Nach 4 Monaten abgebrochen, Warum??

Hey,

ich habe diesen Eintrag lange vor mir hergeschoben und versucht die richtigen Worte zu finden. Ich hoffe, ich kann hier irgendie gut erklären warum ich mein Austauschjahr abgebrochen habe. Das ganze ist jetzt zwar schon einige Zeit her doch ich selber denke noch sehr viel darüber nach.

Mir ist wichtig das ihr versteht das ich nicht alles schreiben werde. Einige Dinge sind sehr privat, zudem möchte ich auch nicht meiner Gastfamilie oder der Organisation die Schuld geben. Das was passiert ist hätte sicherlich anders enden können doch es lässt sich nicht mehr rückgängig machen.

Ihr habt bestimmt schon gelesen was ich alles schönes erlebt habe und ich habe auch noch viel mehr schönes erlebt als ich hier geschrieben habe. Wenn ich aus meinem Auslandsjahr berichtet habe, wollte ich immer das alle denken es wäre perfekt, alles würde gut laufen und mir geht es gut. Das habe ich mir auch selber eingeredet und wollte garnicht sehen was alles nicht gut läuft. Ich selber war wohl bis zum 04.10.2016 davon überzeugt ein perfektes Auslandsjahr zuhaben. Natürlich hatte ich Heimweh und natürlich habe ich auch öfters geweint weil ich mein Zuhause vermisst habe, aber das ist einfach normal.

Wenn ich Heimweh hatte oder einen anstrengenden Tag in der Schule wollte ich meistens nur für mich alleine sein. Ich war auf meinem Zimmer hab gelesen oder Hausaufgaben gemacht. Ich hab versucht Estisch zulernen doch ich bin einfach nicht weiter gekommen. Deshalb viel es mir schwer Mitschüler anzusprechen. Aber nicht nur in der Schule war das ein Problem sondern auch bei meiner Gastfamilie. Natürlich habe ich immer mein bestes gegeben, doch meine Gastschwester sah das etwas anders. Am 04.10.2016 habe ich eine Nachricht von ihr erhalten in der aufgezählt wurde was ich alles falsch machen. In der Nachricht standen viele vorwürfe. Als ich diese Nachricht das erstemal gelesen habe war ich geschockt. Ich selber habe mein verhalten ganz anders Wahrgenommen. Ich habe versucht dankbar zusein. Nach dem ich die Naricht erhalten habe wollte ich natürlich direkt mit meiner Gastschwester reden und versuchen das zu klären. Nach diesem Gespräch hatte ich dann auch erst das Gefühl alles wäre wieder in Ordnung. Wir konnten uns jetzt alle gegenseitig besser verstehen, doch irgendwas stimmte nicht. Ich konnte mich einfach nicht wieder richtig wohl fühlen. Ich konnte den Ort einfach nicht mehr ein Zuhause nennen. Ich war häufig am Wochenende unterwegs und habe versucht mich abzulenken. Mir war aber schon klar das ich den rest meines Jahres so nicht verbringen will. Ich habe viel mit meiner Organisation geredet und versucht eine Lösung zu finden. Am Anfang wollte ich noch die Gastfamilie wechseln, wodurch ich mir eine besserung erhofte. Doch diese Option stand mir nicht offen. Mein Heimweh wurde immer größer, dadrüber redete ich auch mit meiner Gastmutter und erklärte ihr das ich nach Hause wollte. Meine Gastmutter hat sich wirklich viel mühe gegeben das es mir gut geht und sie hat sich viele Sorgen um mich gemacht. Mein Heimweh wurde aber trozdem immer größer und das gefühl kein Teil meiner Gastfamilie zu sein wurde auch immer stärker. Ich habe mich total unwohl gefühlt und wollte nur noch weg. Als meine Organisation ein zweites mal mir sagte das ich die Gastfamilie nich wechseln darf traf ich den entschluss nach Hause zu fahren. Mir ging es zu dem Zeitpunkt sehr schlecht und ich habe keinen anderen Ausweg gesehen. Ich habe alles mit meiner Organisation, meiner Gastfamilie und meiner Familie zuhause geredet. Es wurde alles in die Wege geleitet und ich habe mich von allen meinen Freunden verabschiedet.

Der Abschied viel mir wirklich nicht leicht, denn es heist nicht nur ein Abschied auf ungewisse Zeit sondern auch das ende von meinem Traum. Mein Traum war zersplittert und ich war dabei die scherben wieder einzusammeln. Am 01.12.2016 hatte ich dann also wieder Deutschen boden unter meinen Füßen. Ich bin Zuhause.

Mein Auslandaufenthalt war eine sehr schöne Zeit ich habe Freunde gefunden, die aus den verschiedensten Ländern dieser Erde kommen. Doch gleichzeitig habe ich viel über mich selber gelernt und habe viele Tränen vergossen.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal allen danken die mich getröstet und unterstützt haben. Vorallem meiner Familie die immer hinter mir stand und mich unterstützt hat. Auch geht ein ganz großer Dank an alle meine Austauschfreunde, ich vermisse euch, hoffentlich sehe ich euch alle irgenwann wieder. Der letzte Dank gehört wohl meinem besten estnischen Freund, ich freue mich darauf dich wieder zusehen.

 

Ich möchte ganz am Schluss noch mal sagen, dass dashier nicht die ganze Geschichte ist sondern auch noch einiges passiert ist wass privat bleiben soll. Zudem möchte ich niemandem die Schuld zuschieben. Ich bin froh das meine Gastfamilie mich aufgenommen hat, es sind unglaublich nette Menschen, doch es hat einfach nicht geklappt.

 

Liebe Grüße,

Eure Marie

 

P.S. Ich werde hier noch weitere Blogeinträge schreiben zu dem Thema Abbruch und wie ich hier in Deutschland weiter machen. Also seit gespannt was noch so kommt. Ich möchte mit euch gerne meine Erfahrungen teilen.